Joseph Fernand Henri Léger wurde am 4. Februar 1881, als Sohn eines Viehhändlers, in Argentan im Departement Orne in der Normandie geboren. Um als Architekturzeichner tätig zu werden, zieht Fernand Léger 1900 aus der Provinz in die Großstadt, wo er ab 1903 an der Pariser École des Arts Décoratifs studiert.
Beeindruckt von der Malerei Paul Cézannes entwickelt Léger ab 1909 einen eigenwilligen kubistischen Stil. Befreundet mit den Künstlern Henri Matisse und Robert Delaunay, künstlerisch beeinflußt von Pablo Picasso und Georges Braque, zählt Fernand Léger zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts in Europa.
Der Künstler war fasziniert von der Technik der ihn umgebenden Großstadt, sowie der Dynamik und Geschwindigkeit des modernen Lebens. In den Jahren um 1920 in seiner “période mécanique”, zerlegte Léger in seinen stark vom Kubismus geprägten Bildern Mensch, Gegenstand und Landschaft in zylindrische Formen.
Fernand Léger entwickelte seinen vom Kubismus geprägten Stil aus einfachen geometrischen Formen in der Künstlerkolonie ‘La Ruche’, bevor sich Anklänge des Surrealismus in seinen späteren Arbeiten zeigten. Léger war fasziniert von der modernen Technik, die er in einer präzisen, geometrisch exakten und monumental wirkenden Darstellung von Objekten wie Schrauben, Zahnrädern, Kurbelwellen und Rohrleitungen darstellte. Der Mensch wurde ebenso als maschinenhaftes Wesen einbezogen wie die Welt der Großstadt. Léger entwickelte einen völlig neuartigen, unverwechselbaren Stil und war der erste Künstler, der industrielle Sujets auch für Wandbilder, sowie Bühnen- und Filmdekorationen verwendete.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Léger aus den USA, wo er von 1940-1945 als Professor an der Yale Universität lehrte, nach Frankreich zurück. Nachdem er schon Ende der vierziger Jahre mit Keramik experimentiert hatte, richtete sich Léger 1950 in Biot ein Keramikatelier ein. Im selben Jahr starb seine erste Frau Jeanne. In dieser Zeit hatte sein Interesse für große Projekte an und in Gebäuden und für monumentale Skulpturen, Reliefs und Mosaike zugenommen, die zumeist auf seinen Gemälden basieren. Daneben malte er weiterhin intensiv. Am 21. Februar 1952 heiratete er Nadia Khodossevitch, die er schon 1924 durch ihr Studium bei ihm in Paris kennengelernt hatte. Ebenfalls 1952 kaufte Fernand Léger das Gut ‘Gros Tilleul’ in Gif-sur-Yvette bei Paris und richtete sein Atelier dort ein. 1954 war noch einmal ein sehr produktives Jahr, in dem Léger in seiner Malerei gewissermassen sein früheres Werk einer Revision unterzog und es aktualisierte. Auch die vielen angestoßenen Großprojekte betreibt Léger weiter, so entstehen etwa die Entwürfe für die Universität von Caracas und die Oper von São Pauo. Auf der Biennale von São Paulo erhielt er Anfang 1955 den Malerpreis. Im selben Jahr verstarb Léger in seinem Atelier in Gif-sur-Yvette.