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Marc Chagall

Werke

Biografie

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1887

Marc Chagall wird am 7. Juli 1887 als Sohn jüdischer Eltern in Witebsk, einer kleinen Provinzstadt im

Weissrussland geboren. Er ist das älteste von neun Kindern.

1906

Er erhält Malunterricht bei Jehuda Pen, einem Genre- und Porträtmaler. Im Winter zieht er nach St.

Petersburg, wo er verschiedene Kunstschulen besucht. Bei den Jugendstil-Malern Nikolaus Roerich

und Leon Bakst lernt er neue Tendenzen in der Kunst kennen.

1909

Chagall trifft seine zukünftige Ehefrau Bella Rosenfeld (1895–1944). Sie ist die Tochter eines

vermögenden Juweliers aus Witebsk und studiert in Moskau Literaturwissenschaften. Chagall und

Bella teilen die Begeisterung für Kunst.

1911

Dank eines Stipendiums kann Chagall nach Paris reisen. Er besucht die Académie de la Grande

Chaumière und die Académie de la Palette und zieht in das Künstleratelier La Ruche ein; seine

Nachbarn sind u.a. Fernand Léger, Amadeo Modigliani, Chaim Soutine. Auch mit Dichtern, darunter

Guillaume Apollinaire, freundet er sich an. Er beteiligt sich an Ausstellungen, darunter am Salon des

Indépendants und Salon d`Automne.

1914

200 Werke von Chagall werden von Herwarth Walden in der Berliner Galerie Der Sturm gezeigt.

Chagall reist für einen Kurzbesuch nach Witebsk. Der Erste Weltkrieg verhindert die Rückkehr nach

Paris.

1915

Chagall und Bella heiraten. Chagall beteiligt sich an verschiedenen Ausstellungen und verkehrt in

Künstler- und Intellektuellenkreisen in Moskau, Petrograd (ehemals Leningrad, heute Sankt

Petersburg) und Witebsk.

1916

Tochter Ida kommt zur Welt.

1917

Die Oktoberrevolution bringt Chagall neue Freiheiten. Als Jude wird er zum vollberechtigten Bürger

des Landes. Seine Freundschaft zum Aufklärungsminister Anatolij Lunatscharski ermöglicht ihm einen

grossen Karriereschritt: Er wird zum Kunstkommissar ernannt und gründet in Witebsk eine

Kunstakademie.

1922

Wegen des zusehends reaktionären Klimas verlässt Chagall Russland und zieht mit seiner Familie

nach Berlin. Hier beginnt er sein druckgrafisches Oeuvre. Der Verleger Paul Cassirer publiziert eine

Mappe mit 20 Radierungen, die als Illustrationen zu Chagalls Autobiographie Mein Leben dienen.

Chagall wird auch als Druckgrafiker bekannt.

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1923

Umzug nach Paris. Der Kunsthändler und Verleger Ambroise Vollard beauftragt Chagall mit einer

Reihe von Buchillustrationen, darunter die Fables von La Fontaine, die Cirque-Vollard-Mappe und

Illustrationen zur Bibel. Chagall trifft Freunde und Mäzene aus seinem ersten Pariser Aufenthalt,

schliesst neue Bekanntschaften und nimmt an Ausstellungen teil.

1933

Die erste grosse Retrospektive findet in Basel statt. Chagall ersucht um die französische

Staatsbürgerschaft, welche zunächst abgelehnt, ihm 1937 aber gewährt wird.

Das nationalsozialistische Regime in Deutschland erklärt Chagall zum „entarteten Künstler“.

1941

Die Chagalls emigrieren in die USA. In New York wird Chagall vom Galeristen Pierre Matisse, dem

jüngeren Sohn von Henri Matisse, vertreten. Er malt viel; erste Kostüm und Bühnenbilder Aufträge

für das New Yorker Ballet Theater.

1944

Bella erkrankt unerwartet und stirbt. Chagall fällt durch den Verlust seiner Frau in eine tiefe

Depression und kann mehrere Monate lang nicht arbeiten.

1945

Chagall lernt die Engländerin Virginia Haggard McNeil (1915–2006) kennen, die für die nächsten

sieben Jahre seine Lebensgefährtin wird. 1946 kommt Sohn David auf die Welt.

1948

Chagall kehrt mit Virginia und David nach Frankreich zurück. Sie beziehen ein Haus in Paris, das bald

zu einem Kunstzentrum wird.

1950

Chagall erwirbt das Anwesen Les Collines in Saint-Jeannet an der Côte d’Azur.

1951

Im Februar findet die erste Ausstellung in der Berner Kunsthalle mit 116 Werken des Künstlers statt.

Hier lernen sich Chagall und Eberhard W. Kornfeld kennen.

1952

Chagall heiratet die Russin Valentina «Vava» Brodsky (1905–1993).

1956

Während in der Kunsthalle Bern 130 Werke von Chagall gezeigt werden, organisiert Eberhard W.

Kornfeld die erste Graphikausstellung in seiner Galerie.

1966

Chagall zieht nach Saint-Paul-de-Vence über, wo er die Villa La Colline mit grossem Atelier bauen

liess.

1985

Am 28. März schläft Marc Chagall 97-jährig zu Hause friedlich und für immer ein. Er wird am 1. April

auf dem Friedhof von Saint-Paul-de-Vence beigesetzt.

Lebenslauf

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